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2008 ist trotz des Konjunktureinbruches zu Jahresende noch ein gutes Jahr für die Kunststoffverarbeitende Industrie gewesen. 2009 wurde die Branche aber voll von der Wirtschaftskrise erfasst.
Die Umsätze lagen im 1. Halbjahr ca. 17 % unter denen des Vorjahres. Besonders betroffen waren die Zulieferer in die Autoindustrie mit Umsatzeinbrüchen von über 40 %. Aber auch die anderen Bereiche hatten vorwiegend ein Minus vor der Veränderungsrate. Der Halbzeugsektor ging um 14 % umsatzmäßig zurück, Verpackungen um 9 %, Baubedarf um 5 %. Einzelne Positionen des Baubereiches, wie z.B. Fenster, entwickelten sich aber durchaus zufriedenstellend. Auch der Tiefbau lief, nachdem hier sehr viele Gelder der öffentlichen Hand, die langjährig paktiert sind, einfließen, gut. Dies wirkte sich auf die Inlandsnachfrage tendenziell stabilisierend aus.
Die Ausfuhrstatistik zeigt ein ähnliches Bild wie die Produktion: Insgesamt ein zweistelliges Minus von rund 19 %. Die westeuropäischen Länder weisen Rückgänge von ca. 20-25 % auf. Deutschland als wichtigster Handelspartner hält sich mit -15 % noch relativ gut, die Exporte in die Schweiz weisen ein Minus von 12 % auf. Ausfuhren in die MOEL schneiden ähnlich ab als wie jene nach Westeuropa.
Die wirtschaftliche Situation wirkt sich natürlich auch auf den Beschäftigtenstand der Branche aus. Trotz der deutlichen Umsatzrückgänge über die gesamte Branche ist die Mitarbeiterzahl aber nur um 6,5 % zurückgegangen und liegt nun bei rund 22.500 (Betriebe ab 15 Beschäftigte statistisch erfasst). Am kräftigsten war der Rückgang bei den Technische-Teile-Lieferanten (-12 %), Halbzeug- und Baubedarfsproduzenten stellten sogar mehr Personal ein.
Aktuelle Konjunkturumfragedaten weisen auf eine gewisse Bodenbildung im Konjunkturzyklus hin. Der Pessimismus ist einem vorsichtigen Optimismus gewichen. Die Auftragseingänge, die ein historisches Allzeittief erreicht hatten, legten zur Jahresmitte wieder etwas zu. Positive Impulse kommen vor allem aus dem Nicht-Euro-Raum. Die Kapazitätsauslastung, die sukzessive bis auf 67 % zurückgegangen war, stieg Mitte des Jahres wieder etwas an.
Das Jahr 2009 wird aber nichts desto trotz aufgrund der schlechten Performance im ersten Halbjahr deutlich negativ abgeschlossen werden.